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Mittwoch, den 16. März 2011 um 17:56 Uhr

Heimatbund gewinnt weiter Mitglieder hinzu

VorstandDer Vorstandstisch in der Jahreshauptversammlung mit (von links) Franz Josef Leclaire (Schriftführer), Hardy Feldmann (Kassierer), Franz Josef Schulte (Vorsitzender) und Dr. Bernd Wuschansky (Stellvertretender Vorsitzender).Alle Fotos dieser Seite: Helmutheinz Welke

Die Zahl der Mitglieder steigt. Diese erfreuliche Mitteilung machte Vorsitzender Franz Josef Schulte den Teilnehmern der Jahreshauptversammlung, die am Montag, den 14. März 2011 im Fresekenhof stattfand. Demnach zählte der Heimatbund Neheim-Hüsten Ende letzten Jahres 755 Mitglieder. „Und in diesem Jahr haben wir schon 13 Neuaufnahmen“, fügte Schulte ergänzend hinzu.

Ebenso erfreulich sei die Tatsache, führte der Vorsitzende weiter aus, dass bereits eine ganze Reihe von Mitgliedern von der Möglichkeit Gebrauch gemacht hätten, mehr als den Mindestbeitrag von 12 Euro im Jahr zu entrichten.

Diese Ausführungen gehörten zu dem umfangreichen Tätigkeitsbericht, den Schulte abgab. Breiten Raum nahmen darin die Heimatblätter „An Möhne, Röhr und Ruhr“ ein, die nunmehr seit 20 Jahren erscheinen und allen Mitgliedern kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Letztes Jahr seien drei Ausgaben erschienen, berichtete Schulte, der in diesem Zusammenhang auch auf die zeitaufwendige Recherchearbeit in verschiedenen Archiven hinwies, die die Mitarbeiter für diese Veröffentlichungen leisten. Nicht zuletzt dankte er auch den vielen Helfern, deren Einsatz bei der Zustellung der Hefte dem Verein pro Ausgabe rund 600 Euro Porto sparen hilft.

Neuauflage von Dinslages Stadtgeschichte

Auch in diesem Jahr wird es voraussichtlich wieder drei Ausgaben der Heimatblätter geben. Die Nummer 49 ist in Kürze druckreif. Hauptsächlich geht es darin um das letztes Jahr in Hüsten gefeierte Freiheitsjubiläum. Außerdem werden im Rückblick die bei der Feier des 175-jährigen Bestehens des Neheimer Jägervereins 2009 gehaltenen Reden wiedergegeben.

Ein weiterer Beitrag befasst sich mit einem interessanten Punkt der Neheimer Kirchenbaugeschichte: mit dem Vorgängerbau der heutigen St.-Johannes-Kirche, der von 1819 bis 1822 entstand und beim Bau des jetzigen Sauerländer Domes 1893 und 1913 in zwei Abschnitten abgebrochen wurde. Es handelte sich um die einzige Kirche in Westfalen, die nach Plänen des bedeutenden preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel entstanden war.

Als Heft Nummer 50 der Heimatblätter wird ein wesentlich erweiterter Nachdruck der schon 1986 in einfacher Form herausgegebenen Neheimer Stadtgeschichte von Carl Joseph Dinslage, der von 1847 bis 1886 Bürgermeister in Neheim war, erscheinen. Weitere Themen, die bereits bearbeitet werden, sind unter anderem die NS-Zeit im Spiegel der örtlichen Presse und die Geschichte der heimischen Gastronomie.

JahreshauptversammlungBis auf den letzten Platz gefüllt war der Schützenkeller des Fresekenhofes bei unserer Jahreshauptversammlung.

Die Neheimer Stadtführungen erfreuen sich zunehmender Beliebheit. Allein 41 haben im letzten Jahr stattgefunden, davon sieben öffentliche. Die übrigen 34 wurden von verschiedenen Gruppen individuell gebucht. Auch in diesem Jahr werden die Stadtführungen wieder angeboten.

Der Heimatbund wird auch weiter erläuternde Zusätze an Straßenschildern anbringen. Als nächste sind Schilder geplant für den Mühlenplatz, die Möhnepforte,die Franz-Stock-Straße und die Straße Zamenhof. Auch an der Villa Bremer soll ein Schild mit geschichtlichen Hinweisen angebracht werden.

Nach dem von Kassierer Hardy Feldmann vorgelegten Kassenbericht, der von einer ausgeglichenen Finanzsituation sprach, wurde dem Vorstand von der Versammlung für das vergangene Geschäftsjahr Entlastung erteilt. Als neue Kassenprüfer wurden Antonius Risse und Horst Klein gewählt.

Zwei Vorschläge kamen aus der Versammlung: Zum einen sollen alle Brücken Namen bekommen und mit entsprechenden Schildern ausgestattet werden, zum anderen soll die Karl-Wagenfeld-Schule nach ihrem ehemaligen Rektor, dem Heimatforscher Bernhard Bahnschulte benannt werden. Wagenfeld, bekannt als Heimatdichter und Begründer des Westfälischen Heimatbundes, wird wegen seiner stark von Nazi-Ideologie geprägten Veröffentlichungen sehr kritisch betrachtet. Beide Vorschläge werden an die zuständigen Stellen (Stadt bzw. Schule) weitergeleitet.

Auch die „unendliche Geschichte“ des vor Jahren in der Hauptstraße demontierten Bremer Lichtes ist noch nicht zum Abschluss gekommen. Nach Schultes Worten hat die Firma Trilux jetzt einen Designer mit der Entwicklung eines neuen Bremer Lichtes als Ersatz für das inzwischen völlig zerstörte alte beauftragt.

Denkmalschutz kontrovers diskutiert

Schulte ging auch auf das finanzielle Engagement des Heimatbundes Neheim-Hüsten bei der Denkmalpflege in der Neheimer Altstadt ein. Wie bereits mehrfach berichtet, war dies mit Unterstützung eines ungenannt bleibenden Spenders möglich. Der Vorsitzende wies ausdrücklich darauf hin, dass die Stadt Arnsberg zur Zeit keine Mittel mehr für diese Zwecke gewährt.

JahreshauptversammlungDie Jahreshauptversammlung war wie im Vorjahr relativ gut besucht. 45 von fast 770 Mitgliedern waren der Einladung in den Fresekenhof gefolgt.

Um das Thema Denkmalschutz näher zu beleuchten, war als Referent Ralf Herbrich von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Arnsberg eingeladen worden. Der Fachmann berichtete in seinem abschließenden Vortrag nicht nur von der Notwendigkeit, wertvolle Bausubstanz zu erhalten, sondern auch von der Schwierigkeit, sie mit Leben zu füllen. Private Eigentümer würden den Denkmalschutz oft als Hemmschuh bei beabsichtigten Renovierungen oder Umbauten empfinden. Doch das Gegenteil sei der Fall. Als Eigentümer eines Baudenkmals könne man sich den teuren Architekten in der Regel sparen und stattdessen auf das Expertenwissen der Mitarbeiter der Denkmalbehörden zurückgreifen.

Der Vortrag mündete in eine kontrovers geführte Diskussion, die sich an dem Umstand entzündete, dass das Haus mit der Nummer 42 in der Hauptstraße trotz zum Teil beeindruckender Fassade zum Abbruch freigegeben ist. Dieses Gebäude stehe nicht unter Denkmalschutz, berichtete Herbrich. Außerdem sei die Fassade durch den Einbau von Schaufenstern im Erdgeschoss völlig zerstört. Aus diesem Grund habe auch ein zu Rate gezogenen Mitarbeiter der Denkmalbehörde des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe bei diesem Objekt keine besonderen erhaltenswerten Eigenschaften erkannt. Andere Versammlungsteilnehmer gaben zu bedenken, dass aus Neheim wahrscheinlich nicht das Einkaufszentrum der Region hätte werden können, wenn konsequent alle alten Häuser im Neheimer Zentrum erhalten worden wären.

Bericht WP/WR