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Wer weiß was?

Schlachtstein kann noch nicht steinalt sein

Schlachtstein am Wiedenberg

Diesmal gibt es ausnahmsweise an dieser Stelle kein altes, sondern ein neues Foto (Bild: Helmutheinz Welke). Es zeigt allerdings etwas Altes, nämlich den so genannten Schlachtstein, der auch Mauerstein genannt wird. Er befindet sich am Fuß des Wiedenberges neben dem Stauwehr (alte Bezeichnung: Schlacht oder Schlagd) der Möhne, mit dem früher der Zufluss zum Mühlengraben geregelt wurde.

Bedauerlicherweise konnte bisher nicht geklärt werden, wann und wie der Stein dorthin gekommen ist. Es wird vermutet, dass er bei der Erneuerung des Mühlengrabens im Jahre 1936 gesetzt worden ist. Älter ist er wahrscheinlich nicht, denn das darauf angebrachte Neheimer Wappen (kleines Bild: Zeichnung) wurde erst im Zusammenhang mit dem Bau des Neheimer Rathauses 1902 entworfen und an dessen Portal angebracht. Erst zehn Jahre später, am 8. Januar 1912 wurde es von dem für Kommunalheraldik zuständigen preußischen Heroldsamt amtlich festgestellt und genehmigt. Möglich ist auch, dass der Stein erst nach der Möhnekatastrophe 1943 dort aufgestellt worden ist.

In einem Zeitungsartikel erwähnt der Heimatforscher Bernhard Bahnschulte 1937 einen anderen Mauerstein. Dieser sei an der alten Schleuse, die beim Ausbau des Mühlengrabens durch eine neue ersetzt wurde, angebracht gewesen und habe belegt, dass diese Einrichtung 1864 von Hermann Ammermann, dem damaligen Besitzer des Mühlengrabens und der daran gelegenen Kornmühle, erneuert worden sei. Wahrscheinlich hat es auch vorher schon einen Schlachtstein gegeben.

Den Mühlengraben gibt es längst nicht mehr; er ist im Zuge der Neheimer Stadtsanierung in den 1980er Jahren aufgegeben und zugeschüttet worden, obwohl sein Ursprung noch in der Grafenzeit (13. Jahrhundert) liegt und es sich bei dieser Anlage um das letzte Relikt aus den Anfangstagen der Ortschaft Neheim handelte. Das erst vor wenigen Jahren erneuterte Wehr, die „Schlacht“, existiert noch; es dient heute dazu, ein nebenan errichtetes kleines, privates Wasserkraftwerk mit der nötigen Antriebsenergie zu versorgen.

Insofern passt die sinnige Inschrift des Steins immer noch zur Situation an dieser Stelle. Allerdings ist das „gewaltige Bild“ von dieser Stelle aus nur noch unter Schwierigkeiten nachvollziehbar. Denn der idyllische Uferpfad, der hier vorüberführt, fällt immer mehr zu. Überschwemmungsbereiche und umgestürzte Bäume haben ihn längst weitgehend unpassierbar gemacht. Die SGV-Abteilung Neheim hat deshalb schon vor einiger Zeit ihren Wanderweg „Himmelpfortenrundweg“ von diesem Pfad auf den Forstwirtschaftsweg darüber verlegt. Es ist zu befürchten, dass der Stein, der vor einigen Jahren noch einmal gereinigt und mit Farbe wieder lesbar gemacht worden ist (in der 2002 erschienenen Ausgabe Nr. 25 unserer Heimatblätter,„Vom Mühlengraben zur modernen Wasserkraftanlage“ ist er noch im alten Zustand ohne Farbe zu sehen), allmählich im unzugänglichen Uferdickicht verschwindet. Es wäre deshalb angebracht, ihn als geschichtliches Zeugnis zu bergen und an eine andere Stelle zu versetzen, eventuell gegenüber auf der anderen Seite der Möhne, wo neben dem Kraftwerk ein Fuß- und Radweg vorüberführt.

Wie dem auch sei – wir hoffen in diesem Zusammenhang auf Auskünfte zu folgenden Fragen:

  • Aus welcher Zeit stammt dieser Schlachtstein?
  • Wann ist er an dieser Stelle aufgestellt worden?
  • Hatte er vorher möglicherweise einen anderen Standort?
  • Wer hat ihn wann mit goldener Farbe aufgefrischt?
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