100 Jahre Heimatbund Neheim-Hüsten

Zum 100-jährigen Bestehen des Heimatbundes Neheim-Hüsten ist jetzt das Jubiläumsheft erschienen, das einen umfassenden Einblick in die Arbeit des Heimatbundes bietet. Das 120-seitige, reichlich bebilderte Heft wurde als Heft Nr. 76 in der Heimatbund-Reihe „An Möhne, Röhr und Ruhr“ herausgegeben.

 

„Wir wollen Heimatgeschichte bewahren, an sie erinnern und mit ihr Zukunft gestalten“, so beschreibt die 1. Vorsitzende des Heimatbundes Neheim-Hüsten, Alicia Sommer, das grundsätzliche Ziel des Heimatbundes, der in diversen Arbeitsgruppen tätig ist. Die aktiven Mitglieder engagieren sich zum Beispiel bei Filmabenden, Ausstellungen, Gedenkfeiern, Stadtführungen, Denkmalpflege, Redaktion von Heimatbundheften, im Archiv oder in der Arbeitsgruppe Möhnefriedhof. „2022 und 2023 haben wir einige neue Projekte gestartet, die im Jubiläumsheft näher vorgestellt werden. Darüber hinaus sind auch den bekannten Arbeitsgruppen Artikel gewidmet“, berichtet Alicia Sommer. Der Heimatbund arbeite dabei keineswegs im verstaubten Kämmerlein, sondern nutze alle gegenwärtigen Mittel. „Selbstverständlich sind wir auch stark digital unterwegs“, betont die Vorsitzende des rund 700 Mitglieder zählenden Vereins.

 

Dass auch Kinder und Jugendliche für Heimatgeschichte begeistert werden können, zeigen die beiden neuen Kooperationen des Heimatbundes mit der Grundschule „Rote Schule“ und der Agnes-Wenke-Sekundarschule. Zusammen mit diesen beiden Neheimer Schulen gestaltete der Heimatbund in der Neheimer Stadtbibliothek die Ausstellung „Auf den Flügeln des Friedens“ im Gedenken an die Möhnekatastrophe vor 80 Jahren. Dabei wurde auch klar der Blick in die Zukunft gerichtet, als Schüler der „Roten Schule“ mit der „Scampton Church of England Primary School“

freundschaftliche Bande knüpften und ein gemeinsames Friedenslied einübten. In Scampton waren im Zweiten Weltkrieg die britischen Bomber in Richtung Möhnetalsperre gestartet.

 

Neue Wege der zeitgeschichtlichen Dokumentation betrat der Heimatbund mit der Video-Reihe „Köpfe der Zeitgeschichte, die die Heimat geprägt haben“. Hier wurden bereits Filmportraits des Unternehmers Dieter Henrici, des Heimatforschers Werner Saure und der langjährigen stellvertretenden Bürgermeisterin Rosi Goldner produziert und auf YouTube gestellt. Zurzeit wird ein Film über den Neheimer Pfarrer i. R. Franz Schnütgen gedreht. Dem Heimatbund geht es aber nicht nur um die Wiedergabe geschichtlicher Fakten, sondern auch um deren historische Einordnung. In diesem Sinne werden 100 Jahre Heimatbund Neheim-Hüsten nicht nur in einer Zeitleiste dokumentiert, sondern auch die Zeit-Umstände hinterfragt, warum was wie passierte – insbesondere im Vereinsgründungsjahr 1923. „Warum was wie passierte?“ - mit dieser Frage befasst sich auch der Artikel „So kann das Neheimer Strohdorf (noch) schöner werden“. Hier geht es um zwei alte Fachwerkhäuser, die die Familie Kettler in der Neheimer Altstadt sanierte.

 

Ein wichtiges Anliegen des Heimatbundes ist und bleibt der Beitrag zur Erinnerungskultur mit Blick auf das jüdische Leben in der Stadt. Der Heimatbund Neheim-Hüsten gehört einem Zusammenschluss von Vereinen und Institutionen an, die an die Reichspogromnacht am 9. November 1938 erinnert. Im aktuellen Heimatbundheft wird auf die Gedenkausstellung im vergangenen Jahr Bezug genommen, bei der in der ehemaligen Neheimer Synagoge an früheres jüdisches Leben in unserer Stadt erinnert wurde. 

 

Das Jubiläumsheft des Heimatbundes ist ab sofort für acht Euro in der Mayerschen Buchhandlung in Neheim erhältlich. Es kann auch donnerstags von 13 bis 17 Uhr (ab 16.11.2023) im Fresekenhof erworben werden. Bestellungen sind möglich unter Telefon 02932 / 9315013 (Sprachbox) oder Mail heimatbund-nh@t-online.de. Mitgliedern des Heimatbundes wird das Jubiläumsheft per Post zugeschickt. 

 

Zusätzliche Infos zum Heimatbund findet man auf Facebook unter Heimatbund Neheim-Hüsten e.V. oder auf Instagram unter heimatbund_neheim.huesten

 

Ein historisches Bild: Neheim ist seit Ende des 19. Jahrhunderts eine Industriestadt; links im Bild: die alte Chemie an der Ruhr (um 1910), rechts: das Gelände der heutigen Hüstener Firma Wesco.

Foto: Archiv Heimatbund Neheim-Hüsten

So sieht die Ruhr bei Wesco (rechts) heute aus; links: Baukräne für die Rathaussanierung.

Foto: Martin Schwarz

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